Auch dieses Jahr traf sich Anfang August in Bayerisch Gmain wieder die Herz Jesu Gemeinschaft, die Laiengemeinschaft des Instituts Christus König. Die diesjährigen Einkehrtage standen unter der Überschrift: „Der Heilige Geist und sein Wirken in Glaube und Leben.“ Neben Liturgie und gemeinsamen Gebet versuchten die etwa 50 Teilnehmer ihren Glauben an die dritte Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in mehreren Vorträgen zu vertiefen. Diese wurden von Msgr. Prof. Dr. Michael Schmitz, Kan. Karl Lenhardt, Kan. Michael Wiener und Kan. Alexis Rouquayrol gehalten. Dabei wurde einerseits das objektive Handeln des Heiligen Geistes beleuchtet. Es zeigt sich in der Offenbarung, in der Kirche und ihrem Lehramt. Besonders die Sakramente sind Instrumente des Hl. Geistes und Bindeglied für das subjektive Wirken im Herzen jedes einzelnen Gläubigen. Hier wirkt der Geist andererseits ganz persönlich, indem er zum Erwerb von Tugenden aneifert und seine sieben Gaben austeilt. Die hl. Beichte in ihrer reinigenden Wirkung ist dabei Voraussetzung, um dem Hl. Geist überhaupt Raum zu schaffen. Dann kann er den Glauben stärken, Herz und Verstand erleuchten und den Menschen auf sein ewiges Ziel hin ausrichten.
Wenn der Mensch aber von vorneherein nicht den Mut hat, sich auf einen solchen Weg zu machen, weil ihn die Größe des Zieles zu überfordern scheint, soll er sich zwei Dinge vor Augen halten: Die unbedingte Liebe Christi zu jedem Menschen, die sich in dem, was Christus für uns getan hat, beweist. Der Glaube an diese Liebe ist dabei nicht von irgendeinem Gefühl abhängig, wie viele meinen, sondern eine Willensentscheidung und ein Bejahen Gottes und seines Willens für sein Leben. Das Zweite ist ein unendliches Vertrauen, mit dem man an die Liebe glauben soll. Hier leuchtet die hl. Therese von Lisieux als besonderes Beispiel hervor: Ihr war klar, dass sie sich mit ihren normalen menschlichen Veranlagungen nie zu der Vollkommenheit der großen Heiligengestalten würde erheben können. In einer glühenden, kindlichen Gottesliebe wurde sie aber dennoch nicht müde, nach einem Mittel zu suchen, gleichsam nach einem Aufzug, um das für sie unmögliche Erklimmen der vielen Treppenstufen zur Heiligkeit umgehen zu können. Dieses Mittel wurde ihr geschenkt: Man muss ganz klein werden, d.h. man muss von ganzem Herzen begreifen, dass man ohne Gott gar nichts kann und vermag. Dann wird Jesus kommen, wie eine Mutter oder ein Vater sich seines Kindes erbarmt, und einen die Treppe selbst hinauftragen. Dieser Weg erfordert Geduld. Es ist ein Weg, auf dem der Mensch langsam umgewandelt wird; das gerade durch den regelmäßigen, häufigen Besuch der hl. Messe und eine regelmäßige, häufige Beichte – in den Sakramenten wird uns der Hl. Geist geschenkt.
Mit solchen und vielen weiteren Gedanken wurde den Teilnehmern solide geistliche Nahrung gereicht, zur Hilfe und Stärkung für ein an der Lehre der Kirche ausgerichtetes Leben, das sich auch im normalen Alltag bewähren muss.
Neben dem offiziellen Angebot wurde auch dieses Jahr wieder ein Kinderprogramm angeboten, um den Eltern eine entspannte Einkehr zu ermöglichen. Dafür waren wie letztes Jahr Abbé Hubert Stollsteiner, Abbé Joseph de Poncharra und Abbé Christian Mahlberg angereist, die den Kindern auch durch andere Freizeiten und katechetische Veranstaltungen schon bestens bekannt waren.
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Dank der freundlichen Aufnahme der Sankt Anna Schwestern konnten sich auch dieses Jahr wieder die Kinder- und Jugendgruppe ‚Don Bosco‘ in den Pfingstferien in Kochel am See treffen. Unter der Leitung von Kanonikus Rouquayrol und Assistenz der Abbés de Poncharra und Mahlberg durchstreiften die Kinder mittels des Themas ‚Mission‘ die ganze Welt. Ziel war es, dem Aufruf des Hl. Vaters und der Kirche in diesem Jahr des Glaubens zu folgen; anhand von Heiligen aus der ganzen Welt durften die Kinder im Laufe der Woche den christlichen Glauben tiefer entdecken und besser begreifen, was missionarischer Geist ist. Am Beispiel der hl. Kateri Tekatwika, des hl. Charles Lwanga, der hl. Rosa von Lima und des hl. Juan Diego von Guadalupe konnten die Jugendlichen sehen, wie der Glaube Menschen verwandelt und zu einem wunderbaren Leben befähigt. Neben der Feier der hl. Messe, dem gemeinsamen Gebet, Katechese und Gesang, blieb auch viel Zeit für Spiele, einen Ausflug auf den Bromberg und das Einstudieren und Aufführen kleiner Theaterstücke, die von dem Leben der zuvor betrachteten Heiligen handelten. Dank des Hl. Geistes waren die Tage voll inneren Friedens und großer Freude.
Ende Mai kamen die Kanoniker der französischen Provinz des Institutes zu Besuch in unsere deutsche Hauptniederlassung in Bayerisch Gmain, um zusammen mit unserem Generalprior und Gründer, Msgr. Gilles Wach, an drei Tagen des mitbrüderlichen Austausches, des Gebetes und der kulturellen Bildung teilzunehmen. Höhepunkt dieses Besuches in Bayern war die feierliche Vesper am Fest der Gottesmutter “Patrona Bavariae” am 1. Mai, die Msgr. Wach mit über 30 Priestern des Institutes in der Stiftskirche in Altötting zelebrieren konnte. Anschließend an diese sehr erhebende liturgische Feier, die von einem sakramentalen Segen gekrönt wurde, prozessierten Msgr. Wach, die Kanoniker des Institutes und die Altarassistenz zur Gnadenkapelle, um dort die Gottesmutter für die fortwährende Hilfe und ihren Schutz zu danken. Kniend vor dem Altar in der Gnadenkapelle erneuerte Msgr. Wach die Weihe des gesamten Institutes zur Unbefleckten Empfängnis.
Unmittelbar nach Ostern predigte unser Generalprior, Msgr. Wach, 16 Kanonikern unseres Instituts, die aus Apostolaten in Frankreich, Deutschland, Schweden, Irland, Italien und sogar aus Afrika angereist waren, eine Einkehrwoche. Diese Tage, die durch geistliche Betrachtung, tägliche Anbetung des Allerheiligsten und gemeinsames Chorgebet geprägt waren, wurden für alle Teilnehmenden zu einer Quelle der Stärkung und inneren Erneuerung. Nach den anstrengenden Tagen der feierlichen Kar- und Osterliturgie durften sich die Mitbrüder auch durch gutes Essen und ausgiebigen Schlaf stärken. Am Morgen des ersten Tages waren alle angereisten Priester dazu eingeladen, Monsignore Wach und Kanonikus Lenhardt auf einem Ausflug nach Maria Plain in der Nähe von Salzburg zu begleiten.
Scharen von Gläubigen besuchten auch in diesem Jahr wieder die Liturgie zur Eröffnung der Karwoche am Palm-Sonntag in unserer Pfarrei Notre-Dame-de-Lourdes in Libreville. Die Prozession zu Beginn der Palm-Sonntag-Liturgie in der Mission des Institutes in Gabun ist besonders beeindruckend, da in ihr sinnfällig der Beginn des Leidens unseres Herrn beim Einzug in die Heilige Stadt und unsere Teilnahme am Erlösungswerk des Herrn zum Ausdruck gebracht wird. Die Passion nach dem Evangelisten St. Matthäus, in der übervollen Kirche bei grosser Hitze in diesem äquatorial-afrikanischen Land von unseren Missionaren gesungen, ist der erste ergreifende Höhepunkt der Karwoche. Der Besuch so vieler Menschen am Palm-Sonntag ist auch für uns eine Ermutigung und Stärkung unseres Glaubens an die Gegenwart des Herrn in der katholischen Liturgie.
Am Fest des Hl. Joseph, dem 19. März 2013, verlieh der emeritierte Bischof von Fiesole, S.E. Msgr. Luciano Giovannetti, fünf Anbetungsschwestern des Königlichen Herzens Jesu ihren Habit. Unter ihnen auch zwei deutsche: Schwester Justine Marie von der Liebe der vereinigten Herzen Jesu und Mariens stammt aus Baunatal bei Kassel, und Schwester Philomena Marie von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens kommt aus Fulda. Zusammen mit drei anderen jungen Frauen, die aus Frankreich und aus den Vereinigten Staaten stammen, erhielten sie aus den Händen von Bischof Giovannetti das Gewand der Anbetungsschwestern während einer wunderbaren liturgischen Zeremonie mit anschliessender Pontifikalmesse in der Kirche St. Michael und Kajetan im Zentrum von Florenz.
Am Samstag, dem 23. März 2013, versammelten sich zahlreiche Gläubige zu einem Einkehrtag des Instituts. Der Tag begann mit einem Vortrag von Kanonikus Alexis Rouquayrol zum Thema “Der Glaube beim hl. Franz von Sales”. Nach der von Kanonikus Karl Lenhardt zelebrierten hl. Messe mit Predigt nahmen alle Besucher an einem Mittagessen teil, das drei unsererer Anbetungsschwestern vorbereitet hatten, und das im Schweigen bei Tischlesung eigenommen wurde. Am Nachmittag folgten dann weitere Vorträge von Kanonikus Michael Wiener zum Thema “Das Jahr des Glaubens nach Papst Benedikt XVI.” und von Kanonikus Karl Lenhardt mit dem Titel “Lex orandi – lex credendi. Das Verhältnis zwischen Glaube und Liturgie”.




