Eine Botschaft von S. Em. Raymond Leo Kardinal Burke zur Karwoche 2020

Liebe Freunde,

Von Anfang meines Dienstes als Diözesanbischof an schien es, dass jedes Jahr, wenn die Feierlichkeiten zu Weihnachten und Ostern näher rückten, ein zutiefst trauriges Ereignis in der Diözese oder eine schwierige Krise zum Wohle der Diözese eintreten würde. Immer wenn ich die Feier der großen Geheimnisse unserer Erlösung mit Freude erwartete, geschah etwas, das aus menschlicher Sicht eine dunkle Wolke über die Feierlichkeiten legte und die Freude, die sie auslösten, in Frage stellte. Als ich einmal einem Mitbruder im Bischofsamt von dieser fast erschütternd regelmäßigen Erfahrung erzählte, antwortete er einfach: „Es ist Satan, der versucht, Dir Deine Freude zu stehlen.“

Es macht Sinn, dass Satan, den unser Herr als „einen Mörder von Anfang an, … einen Lügner und den Vater der Lüge“ (Joh. 8,44) beschreibt, vor unseren Augen die großen Realitäten der Menschwerdung und der Erlösung verbergen und uns von den liturgischen Riten ablenken will, durch die wir nicht nur diese Wahrheiten feiern, sondern auch unermessliche und unendliche Gnaden empfangen, die für uns erworben worden sind. Satan will uns davon überzeugen, dass Verlust und Tod und die Trauer und Angst, die die Riten dieser Woche begleiten, Christus als falsch erscheinen lassen, seine erlösende Menschwerdung verfälschen und unseren Glauben und die Freude, die die damit einhergeht, als Lüge darstellen.

Aber es ist Satan, der falsch liegt. Er ist der Lügner. Christus, Gott der Sohn, ist in der Tat Mensch geworden, Er hat in der Tat die grausamsten Leiden und den grausamsten Tod erlitten, aber nur, um unsere menschliche Natur zu erlösen, um uns das wahre Leben wiederzugeben, das göttliche Leben, das die schlimmsten Leiden und sogar den Tod selbst überwindet und uns sicher zu unserer wahren Bestimmung führt: zum ewigen Leben mit ihm.

Der hl. Paulus schrieb, im Angesicht unzähliger, zutiefst entmutigenden Prüfungen im Laufe seines apostolischen Dienstes, der in seinem Martyrium in Rom gipfelte, an die Christen in Kolossae: „Nun freue ich mich über meine Leiden um euretwillen, und in meinem Fleisch vollende ich das, was an den Leiden Christi fehlt, um Seines Leibes, der Kirche, willen“ (Kol. 1,24). Für ihn, wie es auch für uns sein sollte, ist das Leiden mit Christus um der Kirche willen, um der Liebe Gottes und unseres Nächsten willen, die unangreifbare und unerschöpfliche Quelle unserer Freude. Es ist der höchste Ausdruck unserer Gemeinschaft mit Christus, dem fleischgewordenen Gott, der mit ihm das Geheimnis der göttlichen Liebe Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – teilt. Das Leben Christi, die Gnade des Heiligen Geistes, die aus dem Herzen Christi ausgegossen wird, um in unseren Herzen zu wohnen, inspiriert und stärkt uns, Verlust und Tod mit seiner Liebe zu umarmen, somit zu erobern und in ewigen Gewinn und ein Leben ohne Ende zu verwandeln. Unsere Freude ist also keine oberflächliche Freude oder Emotion, sondern die Frucht der Liebe, die „stark wie der Tod“ ist, die „viele Wasser nicht auslöschen […] und auch keine Überschwemmungen ertränken kann“ (Hohelied 8,6-7).

Unsere Freude nimmt uns nicht den scharfen Stachel von Verlust und Tod, sondern stellt sich ihnen mit Vertrauen und Mut als Teil des lebenslangen Kampfes der Liebe, zu dem wir in diesem Leben berufen sind – schließlich sind wir durch Gottes Gnade wahre Soldaten Christi (2. Tim. 2,3) – in dem sicheren Wissen um den Sieg des ewigen Lebens. So konnte der hl. Paulus am Ende seines Lebens an seinen geistlichen Sohn und Mithirten der Herde, den hl. Timotheus, schreiben:

Denn ich bin bereits im Begriff, geopfert zu werden; die Zeit meines Aufbruchs ist gekommen. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf beendet, ich habe den Glauben bewahrt. Nun liegt mir der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr an jenem Tag als der gerechte Richter überreichen wir; nicht nur mir, sondern auch allen, die in Liebe seinem Erscheinen zugewandt sind. (2. Tim 4,6-8).

Wir lieben Unseren Herrn, wir lieben die erlösende Inkarnation, durch die Er für uns in der Kirche lebendig ist, und deshalb freuen wir uns, den guten Kampf mit Ihm zu kämpfen, den Kurs zu halten, gleich welche Prüfungen uns bevorstehen sollten, und den Glauben zu bewahren, wenn der Vater der Lüge uns versucht, an Christus zu zweifeln oder ihn sogar zu verleugnen.

Satan hat vielleicht nie ein besseres Werkzeug als das Coronavirus gehabt, um uns die Freude an der Feier der heiligsten Tage im ganzen Jahr zu rauben, der Tage, an denen Christus für uns das ewige Leben erworben hat. Wie gerne würde er dieser einen Woche des Jahres, die einfach Karwoche genannt wird, die Heiligkeit nehmen! Die derzeitige internationale Gesundheitskrise, die durch das Coronavirus COVID-19 verursacht wird, bringt weiterhin eine tragische Ernte von Verlust und Tod ein, die tiefe Trauer und Angst im menschlichen Herzen hervorruft. Sicherlich nutzt Satan das Leid, das so viele Häuser, Stadtviertel, Städte und Nationen heimgesucht hat, um uns dazu zu verleiten, an unserem Herrn und dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe zu zweifeln, die Seine großen Geschenke für unser tägliches Leben sind. Die Wirkung der mörderischen Absicht Satans und seiner Lügen wird umso größer, je weiter wir vom Herrn entfernt sind, wenn wir Sein Leben in uns als selbstverständlich hingenommen haben, wenn wir Ihn sogar verlassen haben, als wir vorübergehenden weltlichen Vergnügungen, Bequemlichkeiten oder Erfolgen nachgegangen sind.

In der Kirche selbst erleben wir das Versäumnis, an erster Stelle Christus als den Herrn zu verkündigen. Wie viele leiden heute zutiefst unter einer grundlosen Angst, weil sie das Königtum des Herzens Jesu in ihren Herzen und Häusern vergessen oder sogar abgelehnt haben. Denken Sie an die Worte unseres Herrn an Jairus, der Seine Hilfe für seine sterbende Tochter suchte: „Fürchte dich nicht, glaube nur“ (Mk. 5,36). Wie viele sind heute ohne Hoffnung, weil sie glauben, dass der Sieg über das Übel des Coronavirus COVID-19 völlig von uns abhängt, weil sie vergessen haben, dass wir zwar alles tun müssen, was wir menschlich tun können, um ein großes Übel zu bekämpfen, dass aber Gott allein unsere Bemühungen segnen und uns den Sieg über Verlust und Tod geben kann. Es ist so traurig, Dokumente – sogar Dokumente der Kirche – zu lesen, die vorgeben, die wichtigsten Schwierigkeiten anzusprechen, mit denen wir konfrontiert sind, aber in denen keine Anerkennung der Herrschaft Christi zu finden ist, der Wahrheit, dass wir in unserem Sein, in allem, was wir sind und haben, völlig von Gott abhängig sind und dass deshalb Gebet und Anbetung unser erstes und wichtigstes Mittel zur Bekämpfung eines jeglichen Übels ist.

Vor einigen Tagen sagte ein junger, erwachsener Katholik zu mir, als wäre dies eine logische Tatsache, dass er dieses Jahr wegen des Coronavirus kein Ostern feiern würde. Wenn es bei der Freude über unserer Osterfeierlichkeiten nur um die Frage eines Wohlgefühls ginge, würde ich seine Gefühle verstehen. Aber die Freude über Ostern wurzelt in der ewigen Wahrheit: es ist der Sieg Christi über das, was augenscheinlich nach Seiner Vernichtung aussah, es ist der Sieg, den er in Seiner menschlichen Natur errungen hat, um uns dieses gleichen Sieges in unserer menschlichen Natur teilhaftig werden zu lassen, ganz gleich, welche Härten wir erleiden mögen. Wenn wir an Christus glauben, wenn wir auf seine Verheißungen vertrauen, dann müssen wir mit Freude sein großes Werk der Erlösung feiern. Die Geheimnisse der Passion, des Todes und der Auferstehung Christi zu feiern, bedeutet nicht, dass es uns an Respekt für das Leiden so vieler Menschen in der heutigen Zeit mangelt, sondern dass wir erkennen, dass Christus mit uns ist, um unsere Leiden mit seiner Liebe zu überwinden. Unsere Feier ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung für diejenigen, deren Leben auf eine harte Probe gestellt ist, und lädt sie ein, ihr Vertrauen auf unseren Herrn zu setzen.

Ja, die Karwoche in diesem Jahr ist für uns ganz anders. Das mit dem Coronavirus verbundene Leiden hat sogar dazu geführt, dass viele Katholiken in der Karwoche keinen Zugang zu den Sakramenten der Buße und der Heiligen Eucharistie haben, die unsere außergewöhnliche, aber auch gewöhnliche Begegnung mit dem auferstandenen Herrn sind, damit er uns in seinem Leben erneuert und stärkt. Aber sie bleibt die heiligste Woche des Jahres, denn sie erinnert an die Ereignisse, durch die wir in Christus lebendig sind, durch die das ewige Leben uns gehört, auch angesichts einer Pandemie, einer weltweiten Gesundheitskrise. Ich bitte Sie daher inständig, nicht der Lüge Satans nachzugeben, der Sie davon überzeugen will, dass Sie in diesem Jahr in der Karwoche nichts zu feiern haben. Nein, Sie haben alles zu feiern, denn Christus ist uns in jedem Leid vorangegangen und begleitet uns auch jetzt in unseren Leiden, damit wir in Seiner Liebe stark bleiben, der Liebe, die jedes Übel besiegt.

Heute feiern wir den Palmsonntag, an dem Christus mit dem vollen Wissen um die Passion und den Tod, die ihn erwarteten, in Jerusalem einzog. Er wusste, wie vergänglich die Begrüßung war, die man ihm darbrachte. Es war eine angemessene Begrüßung für den König des Himmels und der Erde, aber sie war oberflächlich, weil diejenigen, die sie ihm entgegenbrachten, nur ein weltliches Verständnis von der Erlösung hatten, die er für uns zu erwerben kam. Sie waren nicht bereit, sich mit Christus zu vereinigen, als Er Sein ewiges Königreich durch die Ereignisse seiner Passion und seines Todes errichtete. Nach dem Palmsonntag wird die ganze Karwoche zu Recht als heilig bezeichnet, weil jeder dieser Tage einen Teil der beständigen Heilssendung Christi umfasst, die sich auf ihrem Höhepunkt befindet.

Nehmen Sie sich heute Zeit, darüber nachzudenken, welchen königlichen Empfang Sie Christus in Ihrem Herzen und in Ihrem Haus bereitet haben. Lesen Sie noch einmal den Bericht über seinen Einzug in Jerusalem und darüber, wie er nach seinem triumphalen Einzug mit den Worten über Jerusalem geweint hat:

O Jerusalem, Jerusalem, das du die Propheten mordest und die steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihren Flügeln sammelt, und ihr habt nicht gewollt!“ (Mt. 23,37).

Wenn Sie oder Ihr Haus weit von Unserem Herrn entfernt sind, denken Sie daran, wie sehr Er wünscht, Ihnen nahe und der ständige Gast Ihres Herzens und Ihres Hauses zu sein.

Bleiben Sie während der gesamten Karwoche bei Christus. Machen Sie den Gründonnerstag in besonderer Weise zu einem Tag der tiefen Danksagung für die Sakramente der Heiligen Eucharistie und des Heiligen Priestertums, die Unser Herr beim letzten Abendmahl eingesetzt hat. Machen Sie den Karfreitag zu einem ruhigen Tag, an dem Sie Bußübungen vornehmen, um tiefer in das Geheimnis des Leidens und Sterbens Christi einzutauchen. Seien Sie am Karfreitag erfüllt von Dankbarkeit für die Sakramente der Buße und der Krankensalbung. Halten Sie am Karsamstag Wache bei unserem Herrn, preisen und danken Sie Ihm für das Geschenk Seiner Gnade in unseren Seelen durch die Ausgießung des Heiligen Geistes aus Seinem herrlichen, durchbohrten Herzen. Denken Sie besonders darüber nach, wie Seine Gnade in Ihnen durch die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Heiligen Eucharistie wirkt. Denken Sie in all diesen Tagen über das Geschenk des Sakraments der heiligen Ehe und seiner Frucht, der Familie – der „Hauskirche“ oder kleinen Hauskirche -, nach und danken Sie ihm dafür. Es ist normalerweise der erste Ort, an dem wir Gott kennen lernen, ihm Gebet und Anbetung darbringen und unser Leben nach seinem Gesetz ausrichten.

Wenn Sie an den liturgischen Feiern dieser heiligsten Tage nicht teilnehmen können, was in der Tat eine große Not ist, denn nichts kann die Begegnung mit Christus durch die Sakramente in diesen Tagen ersetzen, dann bemühen Sie sich in Ihren Häusern um die Teilnahme an der heiligen Liturgie durch Ihren Wunsch, in der Gemeinschaft mit Unserem Herrn zu sein, besonders im Geheimnis seines Heilswerkes. Unser Herr erwartet von uns nicht das Unmögliche, aber Er erwartet, dass wir so gut wie möglich versuchen, in diesen Tagen Seiner mächtigen Gnade bei Ihm zu sein.

Es gibt viele wunderbare Hilfen, um solch ein heiliges Verlangen zu nähren. Zunächst einmal gibt es in der Kirche einen reichen Schatz an Gebeten: die Lektüre der Heiligen Schrift, z.B. der Bußpsalmen, insbesondere des Psalms 51 [50], und die Darstellung des Leidens unseres Herrn in den vier Evangelien, die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, die Meditation über die Geheimnisse unseres Glaubens durch das Beten des Heiligen Rosenkranzes, insbesondere die schmerzhaften Geheimnisse, die Litaneien des Heiligsten Herzens Jesu, der Seligen Jungfrau (der Lauretanischen Litanei), des hl. Josef, und der Heiligen, den Kreuzweg – der auch zu Hause mit den Bildern der Vierzehn Stationen, die in einem Gebetbuch oder auf einem heiligen Gegenstand dargestellt sind, gemacht werden kann – , das Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes, Besuche von Heiligtümern, Grotten und anderen Orten, die unserem Herrn und den Geheimnissen der erlösenden Menschwerdung heilig sind, und die Verehrung der Heiligen, die uns mächtig geholfen haben, insbesondere des hl. Rochus, des Schutzpatrons gegen die Pest.

Auch sind wir in unserer Zeit gesegnet, dass wir über die Kommunikationsmedien Zugang zu den heiligen Riten und öffentlichen Andachten haben, wie sie in bestimmten Kirchen gefeiert werden, insbesondere in den Kirchen von Klöstern und Konventen, an denen die gesamte Gemeinschaft teilnimmt. Einen heiligen Ritus zu sehen, der im Fernsehen übertragen wird, ist sicherlich nicht dasselbe wie die direkte Teilnahme daran, aber wenn es alles ist, was uns möglich ist, dann ist es sicherlich unserem Herrn angenehm, der es nie versäumen wird, uns, als Antwort auf unseren demütigen Akt der Hingabe und Liebe, mit seiner Gnade zu überschütten.

Auf jeden Fall darf die Karwoche nicht für uns wie jede andere Woche sein, sondern muss von den tiefsten Gefühlen des Glaubens an Christus, der allein unsere Rettung ist, geprägt sein. Die Gefühle des Glaubens in diesen heiligsten Tagen sind ebenfalls Gefühle tiefster Dankbarkeit und Liebe. Wenn Ihre Dankbarkeit und Liebe nicht durch die Teilnahme an der Heiligen Liturgie ihren höchsten Ausdruck finden können, dann lassen Sie sie in der Hingabe Ihrer Herzen und Ihres Hauses zum Ausdruck kommen. Im Gedenken an die Ereignisse des Heiligen Triduums, zusammen mit Christus, seiner Gottesmutter und allen Heiligen, betrachten wir das Geheimnis seines Lebens in jedem von uns. Uns allen wird die Zeit, die wir jeden Tag im Gebet und in der Andacht verbringen und über die Passion unseres Herrn meditieren, helfen, in diesen heiligsten aller Tage auf die bestmögliche Weise mit unserem Herrn zusammen zu sein. Wie sehr sollten uns die Leiden der momentanen Zeit lehren, welch unvergleichliches Geschenk die heilige Liturgie und die Sakramente sind!

Ich möchte mit der Versicherung schließen, dass Sie und Ihre Anliegen heute in meinen Gebeten sind sowie während der gesamten Karwoche und insbesondere während des Heiligen Triduums am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Mögen wir alle Christus mit tiefstem Glauben, tiefster Hoffnung und Liebe begegnen, wenn wir diese heiligsten Tage feiern, an denen er gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, um uns von der Sünde und von allem Bösen zu befreien und für uns das ewige Leben zu gewinnen. Möge das Begehen der Karwoche in diesem Jahr unsere starke Bewaffnung im laufenden Kampf gegen das Coronavirus COVID-19 sein. In Christus wird der Sieg unser sein. „Fürchtet euch nicht, glaubet nur“ (Mk. 5,36).

Raymond Leo Kardinal BURKE, Palmsonntag, den 5 April 2020

Brief an die Gläubigen von Msgr. Dr. Gilles Wach, dem Generalprior des Instituts Christus König

Liebe Freunde des Instituts Christus König und Hohepriester,

anlässlich der Karwoche möchte ich die Gelegenheit ergreifen, um mich an Sie zu wenden und Sie in diesen tragischen Stunden der Gebete unserer Gemeinschaft zu versichern; außerdem möchte ich Ihnen einige Neuigkeiten über unser Institut, unsere Priester, Seminaristen und Schwestern übermitteln.

Infolge der Regierungsmaßnahmen, die in Italien kurz nach Beginn der Gesundheitskrise ergriffen wurden, haben sich unser Mutterhaus und unser Seminar in Gricigliano schon vor fast einem Monat in Quarantäne begeben. Da es sich nicht um eine Pfarrei, sondern um ein von unserem florentinischen Apostolat unabhängiges Ausbildungshaus handelt, war es notwendig, die vielen Seminaristen und Priester, die dort leben, zu schützen, damit sie ihr Gebetsleben und ihr Studium wie gewohnt fortsetzen können. So haben wir das Gebetsleben und den Gesang des Offiziums beibehalten und zu den üblichen Ämtern Bittgebete in Ihren Anliegen, die tägliche Anbetung und eine wöchentliche Bußprozession auf dem Seminargelände hinzugefügt, um Gottes Gnade zu erflehen.

In unseren Prioraten, Kirchen, Klöstern, Missionen, Werken und Stiftungen versuchen unsere über die ganze Welt verteilten Kanoniker ihr Bestes zu geben, um an Ihrer Seite zu bleiben – ist ja der Trost der Heiligen Kirche in solchen Momenten besonders wertvoll und wichtig. Je nach den Einschränkungen, die durch zivile oder kirchliche Gesetze auferlegt werden, versuchen sie, Ihnen den größtmöglichen Zugang zu den Schätzen des sakramentalen Lebens zu ermöglichen.

Es scheint mir, dass eine Epidemie solchen Ausmaßes erlaubterweise als ein Zeichen des Himmels interpretiert werden darf, zu dem Zweck, uns auf das Wesentliche zurückzubringen, wie es von vielen Seiten zu hören ist. Aber was ist das Wesentliche? Ist es nicht Gott selbst? In der Heiligen Schrift gibt Gott vergleichbare Warnungen, um uns zur Bekehrung anzuregen. „Ein Jesus, der mit allem und jedem übereinstimmt“, schreibt Benedikt XVI., „ein Jesus ohne seinen heiligen Zorn, ohne die Härte der Wahrheit und der wahren Liebe, ist nicht der wahre Jesus, wie die ihn Schrift zeigt, sondern seine elende Karikatur. Eine Konzeption des Evangeliums, in der der Ernst des Zornes Gottes nicht mehr existiert, hat nichts mit dem biblischen Evangelium zu tun“ (J. Ratzinger, Auf Christus schauen).

Heutzutage hören wir so wenig über die Sünden, die Fehler, die Vergehen, die der Mensch gegen seinen Gott begeht und die gegenwärtig auf gesellschaftlicher Ebene sogar noch gefördert werden. Man erkennt den Schöpfer kaum als den absoluten Herrn über Leben und Tod an. Die Erfahrung von Krankheit und Angst lehrt uns auf zweifache Weise: Der Reichtum und die Größe unserer Welt sind nichts als Eitelkeit, da die Kleinheit eines Virus ausreicht, um sie in die Knie zu zwingen; andererseits müssen wir den Sinn unseres menschlichen Zustandes wiederentdecken; es ist die Liebe für die Kleinsten, die Zerbrechlichsten, die Verletzlichsten und der erlösende Sinn des Leidens.

Um aber die richtige Antwort auf das »Warum« des Leidens finden zu können, müssen wir auf die Offenbarung der göttlichen Liebe schauen, die tiefste Quelle für den Sinn von allem, was ist. Die Liebe ist auch die reichste Quelle für den Sinn des Leidens, das immer ein Geheimnis bleiben wird: Wir sind uns bewusst, wie unzureichend und unangemessen unsere Erklärungen sind. Christus lässt uns jedoch in das Geheimnis eindringen und das »Warum« des Leidens entdecken in dem Maße, wie wir fähig sind, die Tiefe der göttlichen Liebe zu erfassen.

In diesen Tagen feiern wir den fünfzehnten Todestag des hl. Johannes Paul II. und Anfang Mai seinen hundertsten Geburtstag. Was der Diener Gottes uns als sein letztes Zeugnis hinterlassen hat, ist ein Leiden, das durch die Liebe des Erlösers verklärt und für seine apostolische Sendung und die Nächstenliebe ausschlaggebend wurde. In seiner Enzyklika ‚Salvifici Doloris‘, die dem Sinn des Leidens gewidmet ist, schrieb er: „Das Leiden ist etwas noch viel Umfassenderes als die Krankheit; es ist noch vielschichtiger und zugleich noch tiefer im Menschsein selbst verwurzelt. […] Die Weite und Vielfalt des moralischen Leidens sind gewiss nicht geringer als beim körperlichen Leiden; […] Um den tiefen Sinn des Leidens zu finden muss man v.a. das Licht der Offenbarung aufnehmen, nicht nur soweit es die transzendente Ordnung der Gerechtigkeit zum Ausdruck bringt, sondern insofern es diese Ordnung mit Liebe erleuchtet, der letzten Quelle für alles, was existiert. Die Liebe ist auch die reichste Quelle für die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Leidens. Diese Antwort ist von Gott dem Menschen im Kreuze Jesu Christi gegeben worden.“

Am Karfreitag wird die Kirche wieder die großen Stunden der Passion und des Todes des Erlösers erleben. Mögen wir uns mit den Leiden des göttlichen Opfers vereinen, mit unseren eigenen Kreuzen, Krankheiten, Einsamkeiten, Ängsten, materiellen und geistlichen Entbehrungen, die uns diese lange Quarantäne auferlegt. Seien wir überzeugt, dass Gott, der so gut, so liebevoll, so barmherzig ist, „nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er sich vielmehr bekehre und lebe.“ (Hesekiel, XXXI, 11).

Mir scheint, dass bestimmte kirchliche Autoritäten zu schnell und leicht beschlossen haben, die Kirchen zu schließen und den Zugang zu den Sakramenten einzuschränken – oder sogar zu unterdrücken. Wie können solche Maßnahmen ins Auge gefasst werden, wenn Supermärkte und Banken geöffnet bleiben? Ist das übernatürliche Leben von geringerem Wert? Ist es zweitrangig? Muss nicht auch die Seele regelmäßig genährt, gereinigt und unterstützt werden, v.a. wenn sie unzähligen Prüfungen ausgesetzt ist? Wenn man seinen Arzt konsultieren darf, bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen, warum kann man dann nicht, ebenfalls bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen, den Priester, den wahren Arzt der Seele, treffen? Könnten nicht die Vorkehrungen, die zur Verminderung des Risikos in den Supermärkten, den Arztpraxen etc. getroffen werden, ebenfalls in unseren Kirchen Anwendung finden? Mit den derzeitigen Mitteln ist es möglich, selbst strenge Vorsichtssysteme in unseren Kirchen zu schaffen. Die Evangelisten haben uns gezeigt, welche besondere Liebe Christi zu den Unglücklichen im Leben hatte und ganz besonders zu den Kranken, indem ihnen die körperliche Gesundheit wiederherstellte, als einfaches Unterpfand der geistlichen Heilung: „Geh, dein Glaube hat dich gerettet! “

Ich danke herzlich unseren Kanonikern, die alles tun, um Ihnen zu helfen und die, durch Sie, unserem Herrn dienen, durch ihre Besuche oder die Übertragung der liturgischen Feiern. Jetzt schon zeichnet sich eine große wirtschaftliche und menschliche Krise ab: Wir werden uns mutig mit Engpässen aller Art auseinandersetzen müssen. Ich weiß, dass wir in einigen Häusern des Instituts und in den Konventen unserer Schwestern bereits damit begonnen haben, Lebensmittel zu verteilen und Familien zu helfen, die sich in Versorgungsschwierigkeiten befinden. Wir werden diesen dringend benötigten Dienst am Nächsten weiter entwickeln und organisieren. Aber in der Überzeugung, dass „der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund des Allerhöchsten kommt“, werden wir v.a. auch für die geistlichen Bedürfnisse sorgen, indem wir, ohne die vorgeschriebenen Einschränkungen zu verletzen, die Kontinuität des sakramentalen Lebens gewährleisten. Denn wir sind uns sehr wohl bewusst, dass die größte Gefahr, die unsere Gesellschaft heute bedroht, geistlicher Natur ist – mehr als die soziale oder wirtschaftliche.

Ich frage mich, was für eine Theologie ein Kleriker haben muss, der sich erlaubt, den Zugang zu den Sakramenten zu verbieten, während er gleichzeitig für eine bessere Zusammenarbeit im Bereich der natürlichen Belange eintritt. Niemand bestreitet, dass sowohl die materielle als auch die geistliche Existenz an die Umstände angepasst werden müssen und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen genauestens eingehalten werden sollten. Trotz alledem ist die Unterdrückung der gewöhnlichen Kanäle der Gnade niemals eine gute Lösung. Auch wenn der Zugang zu den Sakramenten kein absolutes Recht der Gläubigen ist, so ist es dann nicht dennoch die Pflicht des Priesters, ihre Ausspendung zu erleichtern und Gott zu den Zerbrechlichsten, Einsamsten und Unglücklichsten zu bringen? Welchen Wert hätte das Opfer, die volle und beständige Weihe des eigenen Lebens, ohne diese Perspektive?

Ich danke allen unseren Gläubigen für ihre unermüdliche Unterstützung, die sich in Ihren vielen Botschaften widerspiegelt, und unseren Kanonikern, Schwestern und Seminaristen für ihr Engagement und ihre Gebete.

Wir stehen unmittelbar vor der Karwoche, dem Höhepunkt des liturgischen Zyklus und dem Zentrum des christlichen Lebens. In dieser Zeit in Gricigliano bin ich mit Ihnen im Gebet vereint. Jedem von uns liegt es am Herzen, Ihre Anliegen zum Fuß des Kreuzes zu tragen und für die Kranken, die Sterbenden, für die Familien, die in Schmerzen, Qualen oder Bedrängnissen leben, zu beten, ebenso wie für die Vielen in der Welt mit ihrem beispiel- und heldenhaften Einsatz, lebensnotwendige Dienste weiterhin zu leisten und ihre Verpflichtungen mutig zu erfüllen. Möge Gott sie alle schützen und segnen!

Und Sie, liebe Gläubige, bleiben Sie im Gebet mit uns vereint. Ich werde mir erlauben, Ihnen weiterhin Neuigkeiten mitzuteilen, da die für die kommenden Wochen geplanten Veranstaltungen des Instituts je nach den Fristen abgesagt oder verschoben worden sind. Ich lade Sie ein, besonders Unsere Liebe Frau von Pompeji, den hl. Rochus und den hl. Sebastian anzurufen, deren Fürsprache sich in Zeiten einer Epidemie immer als sehr mächtig erwies. In Gricigliano ist eine echte Kreuzreliquie, umgeben von anderen Reliquien von Schutzheiligen und Beschützern, zur Verehrung ausgestellt und es wird fleißig davor gebetet.

Ich wünsche Ihnen eine gute und gesegnete Karwoche und lade Sie ein, Ihr Gebetsleben in Ihren Häusern mit häufigeren Andachten zu intensivieren. Hoffen Sie auf das bevorstehende Osterfest, denn an diesem feierlichen Tag zeigt uns Jesus Christus, wie Er inmitten der Widrigkeiten und Prüfungen des Lebens der Sieger über Tod und Sünde bleibt.

In Christus dem König,

Msgr. Gilles Wach, Generalprior des Instituts Christus König und Hohepriester

Brief Seiner Eminenz Raymond Leo Kardinal Burke

Deutsche, leicht gekürzte Fassung eines Textes von S. Em. Raymond Leo Kardinal Burke vom 21. März 2020 (die englische Originalversion siehe www.cardinalburke.com)

Liebe Freunde,

Seit einiger Zeit kämpfen wir gegen die Verbreitung des Coronavirus COVID-19. Nach allem, was wir sagen können – und eine der Schwierigkeiten des Kampfes ist, dass noch so viel über diese Pest unklar ist – , wird der Kampf noch einige Zeit andauern. Das Virus ist besonders heimtückisch, denn es hat eine relativ lange Inkubationszeit – manche sagen 14 Tage, manche sagen 20 Tage – und ist hoch ansteckend, viel höher als andere Viren, die wir bisher erlebt haben.

Da ich in Italien lebe, wo die Verbreitung des Coronavirus besonders tödlich ist, vor allem für ältere Menschen und für diejenigen, die sich bereits in einem heiklen Gesundheitszustand befinden, bin ich von der großen Sorgfalt erbaut, mit der die Italiener sich und andere vor der Ansteckung schützen. Wie Sie vielleicht schon gelesen haben, wird das Gesundheitssystem in Italien bei dem Versuch, die notwendigen Krankenhausaufenthalte und Intensivbehandlungen für die am meisten gefährdeten Menschen zu gewährleisten, auf eine harte Probe gestellt. Bitte beten Sie für das italienische Volk und besonders für diejenigen, für die das Coronavirus tödlich sein kann, ebenso für diejenigen, die mit ihrer Betreuung betraut sind. Als Bürger der Vereinigten Staaten habe ich die Situation der Ausbreitung des Coronavirus in meinem Heimatland verfolgt und weiß, dass die in den Vereinigten Staaten lebenden Menschen immer mehr darauf bedacht sind, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, damit sich eine Situation wie die in Italien dort nicht wiederholt.

Die ganze Situation versetzt uns sicherlich in eine tiefe Trauer und auch in Angst. Niemand will sich mit der Krankheit, die mit dem Virus verbunden ist, anstecken oder jemand anderen anstecken lassen. Wir wollen vor allem nicht, dass unsere geliebten alten Menschen oder andere, die gesundheitlich angeschlagen sind, durch die Verbreitung des Virus in Todesgefahr geraten. Um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen, befinden wir uns alle in einer Art ‚Zwangsexerzitien‘, mit Ausgangssperren, ohne die üblichen Zeichen der Zuneigung gegenüber der Familie und den Freunden zeigen zu können. Für diejenigen, die sich in Quarantäne befinden, ist die Isolation eindeutig noch schwerer, da sie mit niemandem Kontakt haben dürfen, auch nicht aus der Distanz.

Als ob die mit dem Virus verbundene Krankheit selbst nicht ausreichend wäre, um uns zu beunruhigen, dürfen wir vor den wirtschaftlichen Verwüstungen, die die Verbreitung des Virus verursacht, nicht die Augen schließen, ebenso wenig ihre schmerzlichen Auswirkungen auf Einzelpersonen und Familien und auf diejenigen, die uns in unserem täglichen Leben auf vielfältige Weise dienen. Natürlich können wir uns auch schwer gegen Gedanken wehren, die die Möglichkeit einer noch größeren Verwüstung unter der Bevölkerung in unseren Heimatländern und sogar in der Welt sorgenvoll in Betracht ziehen.

Sicherlich ist es richtig, dass wir alle natürlichen Mittel kennenlernen und einsetzen, um uns vor einer Ansteckung zu schützen. Es ist ein grundlegender Akt der Nächstenliebe, mit allen Mitteln zu verhindern, dass das Coronavirus sich durch uns verbreitet. Die natürlichen Mittel zur Verhinderung der Verbreitung des Virus müssen jedoch das respektieren, was wir zum Leben brauchen, zum Beispiel den Zugang zu Nahrung, Wasser und Medikamenten. So sieht der Staat beispielsweise trotz immer stärkerer Einschränkungen der Bewegungsfreiheit vor, dass der Einzelne den Supermarkt und die Apotheke besuchen darf, wobei die Vorkehrungen zur sozialen Distanzierung und zur Verwendung von Desinfektionsmitteln von allen Beteiligten beachtet werden müssen.

Bei der Überlegung, was zum Leben notwendig ist, dürfen wir nicht vergessen, dass unsere erste Überlegung unsere Beziehung zu Gott ist. Wir erinnern uns an die Worte unseres Herrn im Johannesevangelium: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir kommen zu ihm und nehmen Wohnung bei ihm“ (14, 23). Christus ist der Herr der Natur und der Geschichte. Er ist nicht fern und uninteressiert an uns und an der Welt. Er hat uns versprochen: „Ich bin immer bei euch, bis zum Ende der Zeit“ (Mt. 28,20). Im Kampf gegen das Übel des Coronavirus ist unsere wirksamste Waffe daher unsere Beziehung zu Christus durch Gebet und Buße, durch Andacht und heilige Anbetung. Wir wenden uns an Christus, um uns von der Pest und von allem Übel zu befreien, und Er antwortet uns immer mit reiner und selbstloser Liebe. Deshalb ist es für uns von wesentlicher Bedeutung, dass wir jederzeit und v.a. in Krisenzeiten Zugang zu unseren Kirchen und Kapellen, zu den Sakramenten und zu Andachten und Gebeten haben.

So wie wir Lebensmittel und Medikamente kaufen können, wobei wir darauf achten müssen, das Coronavirus nicht zu verbreiten, so müssen wir auch in unseren Kirchen und Kapellen beten, die Sakramente empfangen und uns an Andachten beteiligen können, damit wir Gottes Nähe zu uns erfahren, ihm nahe bleiben und seine notwendige Hilfe anrufen können. Ohne die Hilfe Gottes sind wir in der Tat verloren. Historisch gesehen, haben sich die Gläubigen in Zeiten der Pest inbrünstig zum Gebet versammelt und an Prozessionen teilgenommen. Tatsächlich gibt es in dem von Papst Johannes XXIII. 1962 herausgegebenen Römischen Meßbuch besondere Texte für die hl. Messe, die in Zeiten der Pest dargebracht werden soll, z.B. die Votivmesse zur Befreiung vom Tod in Zeiten der Pest (Missae Votivae ad Diversa, Nr. 23). Ebenso beten wir in der traditionellen Heiligenlitanei: „Herr, erlöse uns von Pest, Hungersnot und Krieg.“

Oft, wenn wir uns in großem Leid befinden und sogar dem Tod ins Auge sehen, fragen wir uns: „Wo ist Gott? Aber die eigentliche Frage ist: „Wo sind wir?“ Mit anderen Worten: Gott ist mit Sicherheit bei uns, um uns zu helfen und uns zu retten, besonders in der Zeit der schweren Prüfung oder des Todes, aber wir sind zu oft weit von ihm entfernt, weil wir unsere völlige Abhängigkeit von ihm nicht anerkennen und deshalb nicht täglich zu ihm beten und ihm unsere Anbetung anbieten.

In diesen Tagen habe ich von sehr vielen gläubigen Katholiken erfahren, die zutiefst betrübt und entmutigt sind, dass sie nicht in der Lage sind, in ihren Kirchen und Kapellen zu beten und anzubeten. Sie verstehen die Notwendigkeit, soziale Distanz zu wahren und die anderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, und sie werden diese umsichtigen Praktiken befolgen, die sie in ihren Kirchen leicht genug praktizieren können. Aber oft genug müssen sie das tiefe Leid akzeptieren, dass ihre Kirchen und Kapellen geschlossen sind und ihnen kein Zugang zur Beichte und zur heiligsten Eucharistie gewährt wird.

Im gleichen Licht kann ein gläubiger Mensch das gegenwärtige Unglück, in dem wir uns befinden, nicht ansehen, ohne auch erkennen zu müssen, wie weit unsere moderne Kultur von Gott entfernt ist. Sie ist nicht nur gleichgültig gegenüber Seiner Gegenwart in unserer Mitte, sondern auch offen rebellisch gegenüber Ihm und der guten Ordnung, mit der Er uns geschaffen hat und uns im Sein erhält. Wir brauchen nur an die alltäglichen gewalttätigen Angriffe auf das menschliche Leben hinsichtlich seiner Geschlechtlichkeit, die Gott nach seinem Bild und Gleichnis gemacht hat (Gen 1,27), an Angriffe auf unschuldige und wehrlose Ungeborene und auf diejenigen, die den ersten Anspruch auf unsere Fürsorge haben, d.h. an diejenigen, die an schweren Krankheiten oder Behinderungen leiden, oder fortgeschrittenen Alters sind. Wir sind täglich Zeugen der Verbreitung von Gewalt in einer Kultur, die das menschliche Leben nicht respektiert.

Ebenso brauchen wir nur an den allgegenwärtigen Angriff auf die Integrität der menschlichen Sexualität zu denken, an unsere Identität als Mann oder Frau, unter dem Vorwand, für uns selbst, oft unter Einsatz gewalttätiger Mittel, eine andere sexuelle Identität als die uns von Gott gegebene zu definieren. Mit immer größerer Sorge erleben wir die verheerenden Auswirkungen der so genannten „Gender-Theorie“ auf Einzelpersonen und Familien.

Auch innerhalb der Kirche sind wir Zeugen eines Heidentums, das die Natur und die Erde anbetet. Es gibt innerhalb der Kirche diejenigen, die die Erde als unsere Mutter bezeichnen, als ob wir von der Erde kämen, und als ob die Erde unsere Rettung sei. Aber wir kommen aus der Hand Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erde. In Gott allein finden wir die Erlösung. Wir beten in den göttlich inspirierten Worten des Psalmisten: „[Gott] allein ist mein Fels und mein Heil, meine Festung; ich werde nicht erschüttert werden“ (Ps. 62 [61], 6). Wir sehen, wie sich das Glaubensleben selbst zunehmend säkularisiert und damit die Herrschaft Christi, des menschgewordenen Gottessohnes, des Königs des Himmels und der Erde, kompromittiert hat. Wir sind Zeugen so vieler anderer Übel, die sich aus dem Götzendienst, aus der Anbetung unserer selbst und unserer Welt ergeben, anstatt Gott, die Quelle allen Seins, anzubeten. Wir sehen traurig in uns selbst die Wahrheit der inspirierten Worte des heiligen Paulus bezüglich der „Gottlosigkeit und Bosheit der Menschen, die durch ihre Bosheit die Wahrheit unterdrücken“: „Sie tauschten die Wahrheit über Gott gegen eine Lüge aus und beteten das Geschöpf an und dienten ihm, anstatt dem Schöpfer, der für immer gesegnet ist! (Röm. 1, 18. 25).

Viele, mit denen ich in Verbindung stehe und die über die gegenwärtige weltweite Gesundheitskrise mit all ihren Auswirkungen nachdenken, haben mir gegenüber die Hoffnung geäußert, dass diese uns – als Einzelne, als Familien und als Gesellschaft – dazu führen wird, unser Leben zu reformieren, uns Gott zuzuwenden, der uns sicher nahe und unermesslich und unendlich in seiner Barmherzigkeit und Liebe zu uns ist. Es steht außer Frage, dass große Übel wie die Pest eine Auswirkung der Erbsünde und unserer tatsächlichen Sünden sind. Gott muss in Seiner Gerechtigkeit die Unordnung, die die Sünde in unser Leben und in unsere Welt bringt, reparieren. In der Tat erfüllt Er die Anforderungen der Gerechtigkeit durch Seine überreiche Barmherzigkeit.

Gott hat uns nicht in dem Chaos und Tod, die die Sünde in die Welt bringen, zurückgelassen, sondern hat seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus, gesandt, damit er leidet, stirbt, von den Toten aufersteht und in Herrlichkeit zu seiner Rechten aufsteigt, um immer bei uns zu bleiben, uns von der Sünde zu reinigen und uns mit seiner Liebe zu entzünden. In seiner Gerechtigkeit erkennt Gott unsere Sünden und die Notwendigkeit ihrer Wiedergutmachung, während er gleichzeitig in seiner Barmherzigkeit die Gnade der Umkehr und Wiedergutmachung über uns ausgießt. Der Prophet Jeremiah betete: „Wir erkennen, Herr, unsere Bosheit, die Schuld unserer Väter an, dass wir gegen dich gesündigt haben“, aber er setzt seinem Gebet sofort hinzu: „Um deines Namens willen verachte uns nicht, lass nicht in Unehre fallen deiner Herrlichkeit Thron; denke an deinen Bund mit uns und breche ihn nicht“ (Jer. 14,20-21).

Gott wendet sich nie von uns ab; er wird niemals seinen Bund der treuen und beständigen Liebe mit uns brechen, auch wenn wir so oft gleichgültig, kalt und untreu sind. Da das gegenwärtige Leiden so viel Gleichgültigkeit, Kälte und Untreue unsererseits aufdeckt, sind wir aufgerufen, uns an Gott zu wenden und um seine Gnade zu bitten. Wir sind zuversichtlich, dass er uns erhört und uns mit seinen Gaben der Barmherzigkeit, der Vergebung und des Friedens segnet. Wir verbinden unsere Leiden mit der Passion und dem Tod Christi und vervollständigen so, wie der heilige Paulus sagt, „das, was an den Leiden Christi fehlt, um seines Leibes willen, d.h. der Kirche willen“ (Kol. 1,24). Wenn wir in Christus leben, kennen wir die Wahrheit des biblischen Gebets: „Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn; er ist ihre Zuflucht in der Zeit der Not“ (Ps. 37 [36], 39). In Christus hat Gott uns die Wahrheit, die im Gebet des Psalmisten zum Ausdruck kommt, vollständig offenbart: „Barmherzigkeit und Wahrheit sind einander begegnet; Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst“ (Ps. 85 [84], 10).

In unserer völlig säkularisierten Kultur gibt es die Tendenz, Gebet, Andacht und Anbetung wie jede andere Aktivität zu betrachten, z.B. einen Kino- oder Fußballbesuch, der nicht unbedingt notwendig ist und daher aufgehoben werden kann, um jede erdenkliche Vorsichtsmaßnahme zu treffen, um die Ausbreitung einer tödlichen Seuche zu verhindern. Aber das Gebet, die Andachten und der Gottesdienst, vor allem die Beichte und die Heilige Messe, sind wesentlich, um gesund und geistlich stark zu bleiben und um Gottes Hilfe in einer Zeit großer Gefahr für alle zu suchen. Deshalb können wir nicht einfach die Entscheidungen weltlicher Regierungen akzeptieren, die die Anbetung Gottes genauso behandeln wie den Besuch eines Restaurants oder eines sportlichen Wettkampfs. Andernfalls werden die Menschen, die bereits so sehr unter den Folgen der Pest leiden, jener objektiven Begegnungen mit Gott beraubt, der in unserer Mitte ist, um Gesundheit und Frieden wiederherzustellen.

Wir Bischöfe und Priester müssen öffentlich die Notwendigkeit deutlich machen, dass Katholiken in ihren Kirchen und Kapellen beten und anbeten und Gottes Segen für sein Volk erbitten, das so sehr leidet. Wir müssen darauf bestehen, dass die Vorschriften des Staates, auch zum Wohle des Staates, die besondere Bedeutung von Kirchen und Gebetsstätten anerkennen, besonders in Zeiten nationaler und internationaler Krisen. In der Vergangenheit haben die Regierungen in der Tat vor allem die Bedeutung des Glaubens, des Gebets und der Anbetung des Volkes zur Überwindung einer Seuche verstanden.

So wie wir einen Weg gefunden haben, für Nahrung, Medizin und andere Lebensbedürfnisse während einer Zeit der Ansteckung zu sorgen, ohne die Ausbreitung der Ansteckung unverantwortlich zu riskieren, so können wir auf ähnliche Weise einen Weg finden, um für die Bedürfnisse unseres geistlichen Lebens zu sorgen. Wir können mehr Gelegenheiten für die hl. Messe und Andachten anbieten, an denen eine Reihe von Gläubigen teilnehmen können, ohne die notwendigen Vorkehrungen gegen die Ausbreitung der Ansteckung zu verletzen. Viele unserer Kirchen und Kapellen sind sehr groß. Sie ermöglichen es einer Gruppe von Gläubigen, sich zum Gebet und zur Anbetung zu versammeln, ohne die Erfordernisse der „sozialen Distanz“ zu verletzen. Der Beichtstuhl mit der traditionellen Trennwand ist in der Regel mit einem dünnen, mit Desinfektionsmittel behandelbaren Schleier ausgestattet oder kann, wenn nicht, leicht mit einem solchen ausgestattet werden, so dass der Zugang zum Sakrament der Beichte ohne große Schwierigkeiten und ohne Gefahr der Übertragung des Virus möglich ist. Wenn eine Kirche oder Kapelle nicht über einen ausreichend großen Stab verfügt, um die Kirchenbänke und andere Oberflächen regelmäßig zu desinfizieren, zweifle ich nicht daran, dass die Gläubigen in Dankbarkeit für die Gaben der Heiligen Eucharistie, der Beichte und der öffentlichen Andacht gerne helfen werden.

Auch wenn wir weiterhin, aus welchen Gründen auch immer, keinen Zugang zu unseren Kirchen und Kapellen haben sollten, müssen wir uns daran erinnern, dass unsere Häuser eine Erweiterung unserer Pfarrei sind, eine kleine Kirche, in die wir Christus aus unserer Begegnung mit ihm in der größeren Kirche bringen. Unsere Häuser sollen in dieser Zeit der Krise die Wahrheit widerspiegeln, dass Christus in jedem christlichen Haus zu Gast ist. Wenden wir uns ihm durch das Gebet, insbesondere den Rosenkranz, und andere Andachten zu. Wenn das Bild des Heiligsten Herzens Jesu zusammen mit dem Bild des Unbefleckten Herzens Mariens nicht bereits in unserem Haus thront, wäre jetzt die Zeit dafür gekommen. Der Ort des Herz-Jesu-Bildes ist für uns ein kleiner Altar zu Hause, an dem wir uns im Bewusstsein der Tatsache, dass Christus durch die Ausgießung des Heiligen Geistes in unseren Herzen wohnt, versammeln und unsere oft armen und sündigen Herzen in Sein herrliches, durchbohrtes Herz legen – immer offen, um uns aufzunehmen, uns von unseren Sünden zu heilen und uns mit göttlicher Liebe zu erfüllen. Wenn Sie das Bild des Heiligsten Herzens Jesu inthronisieren möchten, empfehle ich Ihnen die Anleitung zur Thronerhebung des Heiligsten Herzens Jesu, die im Internet zu finden ist.

Denjenigen, die keinen Zugang zur hl. Messe und zur hl. Kommunion haben, empfehle ich die andächtige Praxis der geistlichen Kommunion. Wenn wir gut vorbereitet sind, die hl. Kommunion zu empfangen, d.h. wenn wir uns im Zustand der Gnade befinden, uns keiner Todsünde bewusst sind, die wir begangen haben und für die uns im Bußsakrament noch nicht vergeben wurde, und den Wunsch haben, unseren Herrn in der hl. Kommunion zu empfangen, aber nicht in der Lage sind, dies zu tun, vereinen wir uns geistlich mit dem hl. Messopfer und beten mit den Worten des hl. Alphons von Liguori zu unserem eucharistischen Herrn: „Da ich jetzt nicht in der Lage bin, Dich sakramental zu empfangen, komm wenigstens geistlich in mein Herz. ” Die geistliche Gemeinschaft ist ein schöner Ausdruck der Liebe zu unserem Herrn im Allerheiligsten Sakrament. Sie wird es nicht versäumen, uns reiche Gnaden zu bringen.

Gleichzeitig lädt uns die Kirche, wenn wir uns bewusst sind, dass wir eine Todsünde begangen haben und keinen Zugang zum Sakrament der Buße oder der Beichte haben, zu einem Akt vollkommener Reue ein, d.h. zur Trauer um die Sünde, die „aus einer Liebe entsteht, durch die Gott über alles geliebt wird“. Ein Akt vollkommener Reue „erlangt die Vergebung der Todsünden, wenn er den festen Entschluss enthält, so bald wie möglich zur sakramentalen Beichte zu gehen“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1452). Ein Akt vollkommener Reue disponiert unsere Seele für die geistliche Kommunion.

Am Ende arbeiten Glaube und Vernunft, wie sie es immer tun, zusammen, um die angemessene und richtige Lösung für eine schwierige Herausforderung zu finden. Wir müssen die Vernunft, inspiriert vom Glauben, nutzen, um die richtige Art und Weise zu finden, wie wir mit einer tödlichen Pandemie umgehen. Diese Art und Weise muss dem Gebet, der Hingabe und der Anbetung, der Anrufung der Barmherzigkeit Gottes über sein Volk, das so viel leidet und in Todesgefahr ist, Vorrang einräumen. Wir sind nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen und erfreuen uns der Gaben des Verstandes und des freien Willens. Mit diesen gottgegebenen Gaben, vereint mit den ebenfalls gottgegebenen Gaben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, werden wir unseren Weg in der gegenwärtigen Zeit der weltweiten Prüfung finden, die die Ursache für so viel Trauer und Angst ist.

Wir können auf die Hilfe und Fürsprache der großen Schar unserer himmlischen Freunde zählen, mit denen wir in der Gemeinschaft der Heiligen eng verbunden sind. Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, die heiligen Erzengel und Schutzengel, der hl. Joseph, der wahre Bräutigam der Jungfrau Maria und Schutzpatron der Universalkirche, der hl. Rochus, den wir in Zeiten einer Epidemie anrufen, und die anderen Heiligen und Seligen, an die wir uns regelmäßig im Gebet wenden, sind an unserer Seite. Sie leiten uns und versichern uns ständig, dass Gott unser Gebet nie unerhört lassen wird; Er wird mit Seiner unermesslichen und unendlichen Barmherzigkeit und Liebe antworten.

Liebe Freunde, ich biete Ihnen diese wenigen Überlegungen an, in dem tiefen Bewusstsein, wie sehr Sie unter dem pandemischen Coronavirus leiden. Ich hoffe, dass diese Überlegungen Ihnen helfen können. Vor allem hoffe ich, dass sie Sie dazu inspirieren, sich im Gebet und in der Anbetung an Gott zu wenden, jeder nach seinen Möglichkeiten, und so Seine Heilung und Seinen Frieden zu erfahren. Darüber hinaus seien Sie gewiss, dass ich mich täglich in meinem Gebet und Oper Ihrer Anliegen erinnere, insbesondere bei der Darbringung des hl. Messopfers.

Ich bitte Sie, in Ihren täglichen Gebeten auch an mich zu denken.

Ich verbleibe im Heiligsten Herzen Jesu und im Unbefleckten Herzen Mariens und im reinsten Herzen des heiligen Josef,

Ihr

Raymond Leo Kardinal Burke
21. März 2020
Fest des hl. Benedikt, Abt

Bußprozession und hl. Messe zur Abwehr ansteckender Krankheiten in unserem Priesterseminar

Einige Fotos von der Bußprozession und einer Stillmesse nach dem Messformular zur Abwehr ansteckender Krankheiten, die vor wenigen Tagen in unserem Internationalen Priesterseminar von dem Generalprior des Instituts, Msgr. Dr. Gilles Wach, gefeiert wurde. Msgr. Wach hat bei dieser Gelegenheit das Institut, die Anbetungsschwestern, die Herz Jesu Gemeinschaft und alle unsere Apostolate und Werke aufs Neue der Unbefleckten Empfängnis geweiht.

Die Hilfe des Himmels ist in diesem schwierigen Moment wichtiger denn je. Unsere geistliche Familie trägt Sie alle im Gebet mit. Bitte beten Sie auch für uns.

O Maria, Unbefleckte Empfängnis, bitte für uns!

Jubiläumsfeier verlegt

Liebe Gläubige und Freunde des Institutes,

vor einer Woche haben wir eine Einladung zu einer besonderen Feier anlässlich der 25-jährigen Jubiläumsfeier des Institutes Christus König und Hohepriester in Deutschland hier veröffentlicht und in den Bayerischen Apostolaten angekündigt. 

In diesen schwierigen Zeiten, war es für uns ein großer Trost zu sehen, dass so viele von Ihnen schon auf diese Einladung positiv geantwortet und sich für die Messe und Empfang angemeldet haben.

Wegen des heute ausgerufenen Katastrophenfalls im Bayern, und wegen der unberechenbaren Entwicklung der Pandemie, müssen wir leider diese Feier auf ein zukünftiges Datum verlegen. Dieses wird rechtzeitig angekündigt werden. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Bleiben wir im Gebet verbunden und vertrauen wir uns an die vereinten Herzen Jesu, Mariä und Josef in dieser traurigen Situation. Möge Gott seiner Kirche und dieser armen Welt zu Hilfe kommen.

Fest der Unbefleckten Empfängnis

Das Hauptfest unseres Institutes fiel dieses Jahr besonders günstig auf einen Sonntag und nahm damit eine dem 2. Adventssonntag vorgesetzte Stelle ein.

Die Gemeinschaft der Kanoniker und Anbetungsschwestern von Kloster Maria Engelport feierte daher und aufgrund der großen Nachfrage seitens der Gläubigen das Sonntagshochamt ausnahmsweise am Abend.

Dem feierliche Hochamt folgte eine Eucharistische Anbetung, während derer auch die Weihe des Institutes erneuert wurde, wie es auch in allen Apostolaten auf der ganzen Welt geschah.

Anschließend gab es eine Kerzenprozession zur Lourdesgrotte und danach einen feierlichen Empfang für alle Gäste des Hauses.

Auch in den Apostolaten in Traunstein, Altötting und Bad Reichenhall wurde die Unbefleckte Empfängnis besonders feierlich begangen.

Kanonikerexerzitien im November

Kloster Maria Engelport hatte die Ehre, im November den Generalprior des Institutes Christus König und Hohepriester, sowie eine größere Zahl der Kanoniker aus Afrika und Europa für fünf Tage geistlicher Konferenzen und gemeinsamen Gebets zu begrüßen.

Wie immer bei solchen Tagen der gemeinsamen Einkehr gab es ebenfalls feierliche Hochämter und Predigten, die vom Generalprior selbst geleitet wurden.

Auch das gegenseitige Wiedersehen und der Austausch untereinander über ihre Apostolate war für die Kanoniker eine große Gnade. Deo Gratias!

Zum ersten Mal: Sankt-Martin-Prozession in Engelport

Angeregt durch die lokale Tradition des Rhein-Mosel-Raums kam es am 16 November auch in Engelport zum ersten Mal zu einer großen Prozession zu Ehren des heiligen Martin.

Die Prozession, die direkt der Abendmesse folgte, wurde von den Gläubigen mit Liedern und einem Rosenkranzgesetz begleitet und führte zu einem großen Martinsfeuer.

Nach einer kurzen Wiedergabe des Lebens und der Taten des heiligen Martin segnete der Zelebrant das Feuer und begab sich in einer Prozession mit dem Klerus zurück in die Sakristei.

Anschließend gab es für alle noch einen gemütlichen Grillabend im Klosterhof, bei dem Martinsfeuer.

Primizmesse von Neupriester Ross Bourgeois

Am 11. August kam Kloster Maria Engelport die Ehre zu, Schauplatz der Primizmesse unseres am 4. Juli zum Priester geweihten Kanonikers Ross Bourgeois zu sein.

Kanonikus Bourgeois hatte bereits sein Pastoraljahr als Diakon dort verbracht und hatte auch oftmals in seinem Diakonamt am sonntäglichen Choralhochamt mitgewirkt.

Nun kam es zu seiner ersten feierlichen Messe, zu der eine sehr große Zahl von Gläubigen extra angereist war.

Unser Generalvikar für Deutschland, Monsignore Prof. DDr. Schmitz, war dabei Festprediger und wies in seiner Predigt auf die zentrale Wichtigkeit der Opfergesinnung im Leben eines jeden Priesters hin.

Nach der hl. Messe spendete Kanonikus Bourgeois noch den dicht gedrängten Gläubigen einzeln seinen Primizsegen. Die Feierlichkeiten  wurden anschließend von einem kleinem Empfang im Klostercafé abgeschlossen.

Fronleichnam in Kloster Maria Engelport 2019

Das Fronleichnamsfest am 20. Juni dieses Jahres wurde in der Klosterkirche von Maria Engelport in besonderer Feierlichkeit begangen.

Unser Generalvikar, Msgr. Prof. DDr. Rudolf Michael Schmitz, war der Zelebrant des feierlichen 10 Uhr Hochamts, das von festlicher Blasmusik des Bonn Brass Ensemble begleitet wurde und dem sich eine große eucharististische Prozession über das Engelporter Land anschloss.

Zahlreiche Kinder streuten Blumen vor der Monstranz und die große Menschenmenge, die eigens zu dieser Veranstaltung angereist war, folgte in feierlichem Schritt zu den vier Außenaltären.

Alle waren zutiefst erfreut, als anstatt des vorausgesagten Regens die Sonne strahlte und der Festzug so bei bestem Wetter über die Felder zog.

Die Prozession fand schließlich ihren Abschluss wieder in der Klosterkirche, wo nach einem letzten „Tantum ergo“ die ganze Gemeinde mit einem lauten „Großer Gott, wir loben Dich“ ihre Dankbarkeit über die an jenem Tag herabgeflossenen Gnaden ausdrückte.

Der Heiligen Messe folgte dann ein großer Grillnachmittag im Wendelinushof, wo gegen eine kleine Spende ein gutes Mittagessen, zahlreiche Getränke sowie Kaffee und Kuchen zur Verfügung standen.